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Reisemagazin - Türkei

Istanbul - Die Schöne am Bosporus


Goldene Kuppeln, prächtige Paläste, enge Gassen und buntes Treiben auf den Bazaren: Istanbul ist eine der schönsten Städte im Land des Halbmondes. Ein lebendiges Geschichtsbuch: Bei einem Bummel durch die Altstadt streift man durch 2.000 Jahre Historie. Der mystische Charme uralter Bauten mischt sich mit dem Flair einer modernen Metropole. Am Bosporus verschmilzt Asien mit Europa, islamische Traditionen mit westlicher Lebensart.

Durch ihre Lage am Goldenen Horn - dem Übergang zwischen Asien und Europa -ist Istanbul seit der Antike wichtige Handelsmetropole gewesen. Bei den Römern hieß die Hauptstadt dreier Weltreiche noch Byzanz. Später wurde sie in Konstantinopel getauft. Erst die Osmanen gaben der Schönen am Bosporus schließlich ihren heutigen Namen. Auch wenn seit 1923 Ankara die neue Hauptstadt ist: Istanbul ist nach wie vor wirtschaftlich und kulturell die wichtigste Stadt der Türkei.

Tradition und Moderne: Am Straßenrand sitzen alte Frauen und bieten Datteln und Aprikosen feil. Junge Türkinnen mit Kopftuch und wallenden Gewändern gehören ebenso zum Straßenbild wie geschminkte Schönheiten im Mini-Rock. Glücklich die, die in der Altstadt wohnen: Pulsierendes Leben in den Strassen - und alle Sehenswürdigkeiten lassen sich per pedes bestaunen. Nummer Eins auf der Besichtigungstour ist die Hagia Sophia mit ihren neun Kuppeln, den Goldmosaiken und Bronzetüren. Ihre roten Türme grüßen schon von weitem. Einst war der Bau das größte Gotteshaus der Christenheit – immerhin 900 Jahre lang wurden hier christliche Gottesdienste gefeiert. Doch nach der Eroberung Konstantinopels durch osmanische Türken hallte 1453 erstmals der Ruf des Muezzin über die Dächer. Seit 1932 ist die "Kirche der göttlichen Weisheit" ein byzantinisch-osmanisches Museum.

Gleich nebenan: Istanbuls Hauptmoschee, die Sultan Ahmet Camii mit sechs Minaretten. Die 20.000 blau-weißen Majolika-Fliesen verliehen ihr auch den Namen "Blaue Moschee". Im Vergleich zu christlichen Kirchen wirken islamische Gotteshäuser leer. Bilder sind verboten. Einziger Schmuck: Koranschriften in Gold. Wer einen Blick ins Innere wagen will, muss aber erst die Schuhe ausziehen: Zur Gebetszeit stapeln sich Tausende Paare vor den Pforten. Und an den Brunnen nehmen Gläubige ihre rituellen Waschungen vor.

Weiter zum Großen Basar: 4.500 Geschäfte auf 200.000 Quadratmetern überfordern so manchen Orientierungsläufer. Eine eigene Stadt in der Stadt: 17 Ein- und Ausgänge führen in die Welt des Handelns unter steinernen Arkaden und hohen Gewölben – inklusive fünf eigener Moscheen und einer Polizeistation. Hier gibt es Orient pur mitsamt allen Klischees: Safran, Curry, Tees, Wasserpfeifen und Schmuck – ein einziges, großartiges Gewimmel. Zum Feilschen braucht es Talent und Geduld. Hier wird nicht einfach der Geldbeutel gezückt, gezahlt und gegangen. Kaufen ist eine Zeremonie. Und ein silbernes Armband als Mitbringsel muss einfach sein. Nach zehn Minuten ist klar: Unter 15 Euro will Mehmet nicht gehen. Zur Besiegelung des Geschäftsabschlusses gibt es einen Apfeltee. Wie man das kochend heiße Glas anfasst ohne sich die Finger zu verbrennen, erklärt kein Reiseführer.

Unvergleichlich: Der Prunk des Topkapi-Serails - ein Labyrinth aus Audienzsälen, Badehäusern, Schatzkammern, Gärten und Pavillons. Der Palast diente einst den osmanischen Sultanen als Residenz. Der Gebäudekomplex erstreckt sich über dem Marmarameer und dem Goldenen Horn auf einem der sieben Stadt-Hügel. Für diese Sehenswürdigkeit sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen. Überall schimmern goldene Reliefs, bemalte Fliesen, Perlmutt und Elfenbein. Highlights: Der 35 Zentimeter lange Dolch von Topkapi und der Löfflerdiamant – ein 86-karätiges Kleinod. Nach all dem Sightseeing ist Entspannung angesagt: Am Besten eignet sich dazu in der Millionen-Metropole eine Dampferfahrt von der Galatabrücke über den Bosporus - vorbei an alten Holzvillen, Moscheen, Ferienorten und der trutzigen Burg Rumeli Hisari.

Alexander Bagnioli, XXL News


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