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Reisemagazin - Südafrika

Kontrollierter Nervenkitzel

Heiß brennt die Sonne. Langsam öffnet sich der Schlagbaum. Ein Traum geht in Erfüllung: Der Krüger Nationalpark, die Perle Südafrikas, empfängt uns. Abenteuer bis zum Horizont: Hier, wo Giraffen, Elefanten und Löwen Zuhause sind, dürfen sich Menschen nur in sicherer Umgebung aufhalten.

Gemächlich geht es auf gut asphaltierten Straßen die ersten Kilometer in Richtung Letaba, einem der großen Camps, von denen es im Park insgesamt 13 gibt. Ein Besuch im Park ist gefragter denn je. Im vergangenen Jahr erwiesen weit über 800.000 Touristen hier der Tierwelt ihre Referenz. Tendenz: Steigend.

Am besten eignen sich die Monate von Juni bis September für Tierbeobachtungen. Der afrikanische "Winter" ist sehr trocken, und so trifft man viele Tiere an den wenigen Wasserstellen. Außerdem ist das Gras der Savannen niedriger. So kann man weiter und besser sehen. Mit knapp 20.000 Quadratkilometern Fläche ist der Park etwa so groß wie Hessen. Knapp 2.000 Kilometer Straße stehen den Gästen für Pirschfahrten zur Verfügung. Doch wer das Nashorn im Busch oder den Gepard auf Jagd entdecken will, sollte die Langsamkeit entdecken. Zeit ist hier nicht Geld, sondern Voraussetzung für unvergessliche Erlebnisse.

Eine knappe Stunde Fahrt liegt hinter uns. Kurz vor Letaba taucht eine große Herde Schwarzfersenantilopen auf. Der Busch beginnt zu leben. Giraffen, Zebras und Gnus folgen. Immer wieder anhalten, staunen beobachten und fotografieren. Aus dem Auto heraus gar nicht so einfach. Doch bald wird es fast zur Routine und das Tierschauspiel vor dem Autofenster beinahe selbstverständlich. Nur Augenblicke später. Am Straßenrand: Der erste Elefant. Dabei löst die Begegnung mit Vertretern der größten Landsäugetiere auch später immer wieder durchaus gemischte Gefühle aus. Immerhin kann ein Elefantenbulle eine Schulterhöhe von drei Metern erreichen und bis zu sieben Tonnen wiegen. Da hilft im Zweifelsfall auch kein Jeep.

Kilometer werden zur Ewigkeit. Angesichts der faszinierenden Tierwelt verschwimmen Raum und Zeit. Das Camp seiner Wahl sollte man trotzdem pünktlich erreichen. Denn mit der einbrechenden Dämmerung wird es außerhalb der Schutzzonen gefährlich. Nach einem Zwischenstop in Letaba geht es weiter nach Olifants. Dieses Camp liegt auf einem kleinen Hügel und gilt nicht nur des herrlichen Blicks wegen als das schönste im ganzen Park.

Schnell bricht die Dunkelheit herein. Schaurige Urlaute klingen herüber. Dankend registriert man den sicheren Zaun und lässt sich am offenen Grill vor der Rundhütte verwöhnen. Es ist eben die Mischung, die hier die Faszination ausmacht. Kontrollierter Nervenkitzel einerseits, behaglicher Komfort andererseits. Und so ist ein Besuch im Krüger Nationalpark auch heute noch ein Abenteuer.

Foto: South African Tourism

(XXL-News/Fausto Bimbi)

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