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Reisemagazin - USA

Mythos Route 66

Die Route 66 ist nicht nur eine Straße. Sie ist Lebenseinstellung und Kult - und das seit 75 Jahren. Egal ob Hippie oder Anzugträger – bei ihrem Namen fangen die Augen vieler USA-Fans zu leuchten an. Mit der Harley Davidson oder im offenen Chevy durch die endlose Weite brausen: Dieser Traum von Freiheit und Abenteuer wird auch heute noch auf dem sagenumwobenen Pflaster wahr.

Die Geburtsstunde der Route 66 schlug 1926 im Rahmen des nationalen Highway-Ausbaus. Viele Arbeitslose fanden durch den Bau der Straße einen Job. Für rund 200.000 Menschen wurde sie zur "Straße der Hoffnung" auf ihrem Weg vom Osten ins boomende Kalifornien. Schnell schossen Motels, Tankstellen und Shops entlang des Highways aus dem Boden. Die Inhaber hatten fette Jahre vor sich. Die 3.940 Kilometer lange Strecke entwickelte sich zum Sinnbild des mobilen Amerika und verband acht Staaten zwischen Chicago und Santa Monica: Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien.

Hochebenen, Berge, Wüsten und Canyons prägen das Gesicht der "Mother Road". Nach dem Krieg und mit steigendem Wohlstand wurde die Route 66 der klassische Weg, um dem kalten Winter zu entfliehen und sich im sonnigen Kalifornien oder den Südwest-Staaten einen Urlaub zu gönnen. Bis 1960 sollte die Route die wichtigste Ost-West-Verbindung bleiben. Die Landstraße regte eine eigene Kultur an und wurde in Liedern, Büchern und Filmen gefeiert. Unsterblichkeit erlangte sie mit dem Road-Movie "Easy Rider".

Die "66" wurde zur Lebensader der Nation. Daran konnten auch die Bürokraten nichts ändern, die ihr Ende beschlossen. 1985 wurde die Straße durch fünf Autobahnen ersetzt. Auf den meisten Landkarten ist sie gar nicht mehr verzeichnet. Der "Spirit" der Route 66 konnte durch die neuen Abschnitte aber nicht ausgelöscht werden. Jedes Jahr spüren Tausende Fans den Resten der alten Mystik nach. Man muss dabei nicht zwingend den ganzen Weg von Illinois bis Kalifornien fahren. Es reicht auch, einzelne Etappen kennen zu lernen. Ein Start im Mittleren Westen bietet sich an – hier nahm die in Asphalt verwandelte Sehnsucht nach einem besseren Leben ihren Ursprung. Schilder mit der Aufschrift "Historic Route 66" weisen auf den alten Streckenverlauf hin.

Am Wegesrand: Verrostete Autos, zerfallene Krämerläden und verwaiste Tankstellen. Die Städte machen den Charme der Route 66 aus. Bei einem Gespräch mit den Anwohnern und beim Anblick der Restaurants und Zapfsäulen werden die "Good Old Days" wieder lebendig. Zu sehen gibt es überall das typische Bild von Kleinstadt-Amerika. Das Leben geht einen ruhigen Gang. Washington und die große Politik sind weit weg. Jeder versucht, so bequem wie möglich zu leben.

Historische Vereinigungen und Nostalgiker halten das Erbe der Strecke lebendig. Einer von ihnen ist Bill Shea aus Illinois. Seine altmodische, still gelegte Tankstelle beherbergt die ultimative Andenkenssammlung der Route 66 – angefangen von alten Straßenschildern bis zu Zapfsäulen für den unerlässlichen Sprit. Besitzer Bill Shea höchstpersönlich führt die Besucher durch seine Sammlung und erzählt gerne von der Zeit, als er hier noch selbst eine Tankstelle betrieb. Wer den Mythos der Traumstraße verstehen will, sollte hier mit seiner Suche beginnen.

Mehr Infos:
http://www.route66.com/
USA Reiseinfos

(XXL-News/Manfred Gayer)


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