 Reisemagazin - Grönland
Spazieren im ewigen Eis
Wo das Inlandeis beginnt, wird der grüne Grasteppich unvermittelt von einer gigantischen Eislandschaft mit Gletscherspalten, Grotten und einem kreideweißen Horizont abgelöst. Wie schlafende Mammuts ragen riesige Formationen in den Himmel. Die Brechung des Lichts und der Luftgehalt des gefrorenen Wassers bestimmen seine Farbe: Von dunkelblau über türkis bis glasklar. Ein unvergesslich schöner Anblick.
Aber ganz so frostig muss ein Urlaub am Südzipfel der weltgrößten Insel nicht sein. Die ganze Gegend ist eine riesige autofreie Zone – ein Paradies für Wanderer. Fruchtbare Täler, tosende Wasserfälle und stille Seen – auch vom Stadtzentrum aus ist die grandiose arktische Natur nie weit. Nach einer halben Stunde steht man im Grünen. Mit dem richtigen Gepäck auf dem Rücken und einer Landkarte in der Hand liegt Südgrönland zu Füßen. Ob hartgesottene Wandervögel oder Anfänger - die Landschaft bietet Strecken für jeden Geschmack.
Wo es schön ist, wird das Zelt aufgeschlagen - auf Privatgrundstücken ist dies allerdings verboten. Auch gilt: Zu Ruinen und Wasserreservoirs 50 Meter Abstand halten. Wer sich an diese einfachen Regeln hält, kann überall seinen ganz privaten Campingplatz errichten. Der nächste Bach ist Wasserleitung, Waschmaschine und Badewanne zugleich. Und ein paar Forellen zum Abendessen lassen sich dort mit etwas Glück auch fangen. Beim Übernachten in freier Natur sollte man neben wasserdichter Kleidung und Wanderstiefeln auch das Moskitonetz nicht vergessen.
Weniger rustikale Naturen finden bei einem der vielen Schafzüchter ein Dach über dem Kopf. Für wenig Geld lässt sich oft schon eine kleine Hütte mieten. Außerdem: In der Nähe von Schafen gibt es keine Mücken. Und für Besucher gibt's abends bei den gastfreundlichen Grönländern eine ganz besondere Delikatesse: Gemüse und grönländisches Lamm.
Beim freundlichen Gespräch und einem guten Getränk nach dem Essen erhält man zudem Einblicke in eine ganz andere Lebensweise. Hier ist Gelassenheit Trumpf: Kommst du heute nicht, kommst du morgen. Eile ist ein Fremdwort - und niemand braucht ein Handy.
Mehr Infos:
Grönland Reiseinfos
(XXL-News/Paul Balthasar)
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