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 Reisemagazin - Italien
Turin: Perle des Nordens
Heimat von Fiat und Juventus Turin, Industriestadt im Norden, Millionenstadt im Schatten von Mailand und Rom - die Metropole im Norden hat ihre Reize. Die liegen ein wenig im Verborgenen, doch ihre Entdeckung lohnt.
Zunächst siedelten Kelten am Po, wo heute die Hauptstadt des Piemont liegt. Der Aufschwung kam dann mit den Römern, deren rechteckiger Stadtplan noch heute die großzügig angelegte Innenstadt prägt. Wer unter den ungezählten Kolonnaden wandelt, kann sich fühlen wie Kaiser Augustus, der mit dem Quartiere Romano den ältesten Stadtteil der Metropole anlegen ließ. Nach der italienischen Vereinigung 1861 war Turin Hauptstadt Italiens, ein Status, der jedoch bald wieder an Florenz verloren ging.
Wahrzeichen der Stadt ist die Mole Antonelliana, ein pavillonartiger Bau aus dem 19. Jahrhundert, mit 167,5 Metern zur Fertigstellung das höchste Gebäude der Welt. Von der Kuppel aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt, ihre riesigen Straßen und Hinterhöfe. Der Aufstieg im Aufzug ist allerdings nichts für schwache Nerven, denn er ist aus Glas und führt inmitten der leeren Kuppel senkrecht nach oben.
Der Stadtbummel startet am besten auf der riesigen Piazza Castello. Mitten auf der Piazza thront der Palazzo Madama, errichtet aus den antiken Stadtmauern. Hier liegt auch das Teatro Regio, das prachtvolle Opernhaus. Nur wenige Schritte weiter wartet die Piazzetta Reale mit dem Königspalast der Savoyer, an den die königlichen Gärten anschließen. Hinter der Piazzetta Reale liegt die Kathedrale Duomo di San Giovanni aus dem späten 15. Jahrhundert. Hier wird das gleichermaßen berühmte wie umstrittene Turiner Grabtuch, die Sindone, aufbewahrt, von dem Pilger glauben, es zeige das Abbild Jesu Christi. Das Original wird nur selten gezeigt, zu bewundern ist eine Nachbildung.
Turin ist eine wunderbare Stadt zum Shoppen, erstklassige Boutiquen reihen sich im Zentrum aneinander, dazu kommen chice Bars und Restaurants, in denen einst der Martini erfunden wurde. Auch Kulturinteressierte finden hier ihr Glück: Das ägyptische Museum, das Museo Egizio, beherbergt nach dem Kairoer Nationalmuseum die größte Sammlung an Artefakten der Hochkultur am Nil. Deutlich profaner, aber nicht weniger faszinierend: Das Automuseum, schließlich hat der allmächtige Fiat-Konzern, Fabbrica Italiana Automobili Torino, hier seine Zentrale und die Familie Agnelli hat einiges an Oldtimern zu zeigen.
Peter Hemke
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