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Reisemagazin - Griechenland

Athen: Wo die Schönheit erfunden wurde

Die Hauptstadt des antiken wie des modernen Griechenland, platzt schier vor Geschichte. In Athen warten hinter jeder Ecke warten Zeugen einer glorreichen Vergangenheit, von denen die Hellenen von heute gerne träumen.

Und über allem thront die Akropolis, der "Stadthügel", der heilige Bezirk und die Burg der frühen Siedlungen. Die Akropolis wiederum wird dominiert vom Parthenon, dem Athena-Tempel, Sinnbild der Griechen-Begeisterung seit dem 19. Jahrhundert. Auch wenn die Marmorsäulen zur Bauzeit vor 2.500 Jahren knallbunt angemalt waren, wurden weiße Säulenhallen zum Inbegriff romantischer Sehnsucht. Und wenn ein deutscher Kanonier nicht mitten in den Parthenon, damals Pulverlager türkischer Besatzer, getroffen hätte, könnte man noch heute das Dach der großartigen Tempelanlage bewundern.

Doch die Akropolis ist viel mehr als der Parthenon. Allein der Aufstieg ist ein Erlebnis, vorbei am Theater des Herodes Atticus, wo heute wieder regelmäßig Aufführungen stattfinden, durch die Propyläen, gewissermaßen die Eingangshalle des heiligen Bezirks auf das Hochplateau. Hinter dem Parthenon das schmucke Erechteion, dessen Dach von reizenden Mädchen, den Koren getragen wurden. Die Originale der menschlichen Säulen stehen heute im Nationalmuseum - neben tausenden anderer Exponate.

Das Nationalmuseum gehört zu den bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt, von der Bronzestatue des Zeus (oder war es doch Poseidon?) über die Wandmalereien von Kreta und Thera bis zu Friesen des Parthenon und Hunderten von Marmorstatuen wie Amphoren der Jahrtausende - das Nationalmuseum beeindruckt auch Nicht-Archäologen. Denn der Schönheitsbegriff der Griechen prägt bis heute unsere Vorstellungen von Ästhetik und Anmut.

Die ruhmreiche Vergangenheit mit Fürsten, Künstlern und Denkern wie Perikles, Phidias und Plato begegnet dem Besucher auch inmitten der brodelnden Metropole auf Schritt und Tritt. Der Verkehr umbraust die Agora, den Versammlungsplatz der (männlichen) Bürger, wo einst Sokrates zum Tode verurteilt wurde, antike Markthallen und Siegestore gehören wie selbstverständlich zum Stadtbild und kaum eine Baustelle, die zügig fertig gestellt werden kann, weil erst einmal die Archäologen ausrücken und sichern, was der Boden freigegeben hat.

Daneben ist Athen auch eine moderne Großstadt europäischen Zuschnitts, etwas lauter, hektischer und heißer als andere, aber mit wunderbaren Gourmet-Tempeln, heimeligen Bars und großen Flaniermeilen mit edlen Boutiquen. Eigentlich der ideale Urlaubsort für den Großstadtindianer, die vor oder nach dem Erholungsurlaub die Energie haben, die Geschwindigkeit Athens aufzunehmen und Geschichte atmen wollen.

Peter Hemke



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