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 Reisemagazin - Italien
Kalabrien: Kulturlandschaft und Urlaubsparadies
Italienischen Männern eilt ein besonderer Ruf voraus. Doch das ist nichts gegen die Legenden, die sich um die beiden Herren aus Reggio di Calabria ranken. Die berühmten Kriegerstatuen aus Bronze gehören zu den faszinierendsten Erben der Antike. Kalabrien bietet jedoch mehr als Zeugen der bewegten Geschichte. An der Stiefelspitze Italiens warten wunderbare Strände, beste Küche und faszinierende Landschaften – hier machen sogar Italiener Urlaub.
Die südlichste Region Italiens auf dem Festland, hat gut zwei Millionen Einwohner und liegt zwischen zwei Meeren - im Westen das Tyrrhenische und im Osten das Ionische Meer - zusammen kommen die Küstenlinien auf eine Länge von über 800 Kilometern. Die Straße von Messina trennt Kalabrien von der Insel Sizilien. Dabei geht es von den Küsten schnell aufwärts, das Binnenland ist gebirgig und mitunter schroff, hier liegen ungezählte Dörfer. Denn die Seenähe hatte den Nachteil, dass allerlei Plünderer die Gegend heimsuchten, weswegen die meisten Siedlungen im Hinterland gegründet wurden.
Die Ostküste von Sibari bis zur westlichen Stiefelspitze bei Reggio di Calabria ist der Tipp für erholsamen Urlaub an wenig frequentierten Stränden. Auch im Hochsommer herrscht hier längst nicht der Hochbetrieb, den man von der Adria kennen. Viele der Küstenorte sind weit über 2.000 Jahre alt, Gründungen griechischer Siedler, die im Westen neue Heimat suchten. Damals hieß die ganze Gegend Magna Grecia.
Aus dieser Epoche stammen auch Bronzestatuen von Riace, die heute im Museum in Reggio di Calabria bewundert werden können. Eine wird gar dem legendären Phidias zugeschrieben, der mit der Zeusstatue von Olympia eines der sieben Weltwunder schuf. Sie gehören zu den wenigen bronzenen Zeugen des griechischen Schönheitsbegriffs - eine Kunsttheorie, die unser ästhetisches Empfinden bis heute prägt.
Im Hochsommer wird es in Kalabrien zum Teil sehr heiß. Die beste Reisezeit liegt deshalb vor und nach den wärmsten Monaten, auch im November herrschen dort noch angenehme Temperaturen - genau das richtige Klima für ausgiebige Erkundungstouren. Ideal für Ausflüge: Ein Mietwagen. Wer keine Angst vor den durchaus gewöhnungsbedürftigen Verkehrssitten des Südens hat, wird rasch viel Spaß haben. So erreichen Besucher auch das malerische Hinterland mit seinen Wäldern, riesigen Olivenplantagen und schroffen Felsen.
So steht auch kulinarischen Erlebnissen nichts mehr im Wege, denn gerade in kleineren Gasthäusern und Restaurants wird nach jahrhundertealter Tradition gekocht. Schinken, Salami, Pasta und Gemüse sind hier einfach ein Gedicht. Nicht zu reden von den Weinen der Region, denen die vielen Sonnenstunden Kraft und Reife geschenkt haben.
Peter Hemke
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