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Reisemagazin - Griechenland

Karpathos, Kleinod zwischen Riesen

Wenn es in Griechenland noch Geheimtipps gibt, gehört Karpathos sicher dazu. Denn die zweitgrößte Insel der Dodekanes führt zwischen den Touristen-Riesen Rhodos und Kreta ein zufriedenes Schattendasein. Besonders beliebt ist die Insel bei Windsurfern.

Auf 330 Quadratkilometern wohnen gerade 5.400 Menschen - es gibt also reichlich Natur auf der gebirgigen, lang gezogenen Insel. Allerdings hat sich der reiche Baumbestand nach Waldbränden stark reduziert. Bereits die antiken Dorer siedelten auf der Insel, gründeten vier Städte und verbündeten sich mit den Athenern. Doch es gibt auch Helden der Neuzeit. Als nach dem zweiten Weltkrieg die Deutschen die Insel verlassen hatten, brach eine Hungersnot aus. Fischer segelten ohne Funk und Kompass nach Ägypten, um Hilfe zu holen. Bereits nach einer Woche kehrten sie mit britischen Kriegsschiffen heim, die die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgten.

Karpathos ist wegen seiner starken Winde ein Paradies für Windsurfer. Der Meltemi weht an den Küsten und macht den Chicken Bay, direkt neben dem Flughafen gelegen, zum beliebten Treffpunkt der Brettfans. Direkt daneben liegen mit Gun Bay und etwas nördlich Devils Bay weitere beliebte Reviere. Wenn der Wind auffrischt, treffen sich die echten Könner am Luv-Spot, dort finden sie starke Strömungen und Brandung.

Doch auch Badeurlauber kommen auf Karpathos auf ihre Kosten. In der Mitte der Insel warten herrliche Strände auf ihre Besucher, vor allem das wildromantische Achata und die etwas abgelegene Bucht von Lefkos entwickeln sich hier zu Anziehungspunkten.

Damit nicht genug der Reize bietet Karpathos auch herrliche Landausflüge und Wanderungen. Ein schöner Spaziergang führt von Agios Nikolaos im Norden der Pigadia-Bucht zu einer typischen griechischen Kapelle über der blauen Bucht. Wer es etwas anspruchsvoller mag, sollte den steilen Aufstieg von Agia Kiriaki in Angriff nehmen - belohnt wird die Mühe mit traumhafter Aussicht über die halbe Insel. Besonders beliebt: Die Halbtagestour quer über die Insel von der Ost- zur Westküste. An einer Stelle sind beide Küsten zu sehen.

Die Hauptstadt Pigadia liegt direkt an der Küste und wartet mit einer Reihe idyllischer Tavernen und Cafes auf. Pigadia ist der wichtigste Hafen der Insel - Archäologen vermuten hier den antiken Hafen Posidaeo. Beleg hierfür: Die Reste der Akropolis am Eingang des Hafens, taktisch günstig auf einem Felsen gelegen. Um den antiken Bezirk bieten traditionelle Häuser ein wunderschönes Bild. Den Hang hinauf ziehen sich mehrere kleine Dörfer. Tipp: das versteckt gelegene Aperi suchen. Es liegt etwa acht Kilometer nordwestlich von Pigadia und beheimatet den Metropoliten der Insel.

Peter Hemke



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