|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
 |
 Reisemagazin - Deutschland
Rügen: Ein Traum in Weiß
Sonnenschein auf 986 Quadratkilometern: Nirgends in Deutschland scheint die Sonne öfter als auf Rügen. Zur Hauptinsel zählen auch die Halbinseln Mönchgut, Jasmund und Wittow. Die Landschaft der "Sonneninsel" ist vielfältig und reicht von flachen Boddenküsten über steile Kreidefelsen zu tiefen Buchenwäldern. Hinzu kommt eine uralte Geschichte, dokumentiert in Hügelgräbern und prunkvollen Schlössern.
Mildes Reizklima, feinsandige Strände und einsame Buchten: Um die Jahrhundertwende wurden Fischerorte wie Göhren, Baabe, Sellin und Binz zu mondänen Ostseebädern. Noch heute spürt man hier das Flair dieser Epoche. Verspielte Türmchen, prachtvolle Säulen und filigrane Holzfassaden: In den bekannten Seebädern Binz und Sellin säumen restaurierte Villen im Stil der Bäderarchitektur die Promenaden. Flanieren à la Carte: Die 393 Meter lange Seebrücke in Sellin wurde mitsamt ihren Pavillons nach historischem Vorbild gebaut.
Im Südosten Rügens liegt die Halbinsel Mönchsgut - eine urige Gegend zwischen Ostsee und Rügischem Bodden. Sanfte Hügel wellen sich bis hinaus ins Meer. Von jeder Anhöhe bietet sich eine neue Perspektive: Salzwiesen, Heidelandschaft, Birkenwälder. Wilde Abbruchküste wechselt sich mit scheinbar endlosen Stränden ab. Die rohrgedeckten Häuser und die Backsteinkirchen verzaubern mit ureigenem Charme. Und in rustikalen Fischerkaten lässt sich nach Herzenlust schlemmen. Fangfrisch auf den Tisch: Aal, Scholle und Hornfrisch gehören zu den regionalen Spezialitäten.
Die größte deutsche Insel ist eigentlich ein großer Haufen Kreide: Die berühmten weißen Klippen leuchten schon von Weitem. Die längsten Steilküsten befinden sich auf den Rügener Halbinseln Jasmund und Wittow. Wasser und Wind schleifen die Kreidefelsen seit Jahrhunderten - manchmal stürzen riesige Brocken samt Baumbewuchs ins Meer.
Wie gemalt: Die weißen Hochufer des Jasmunder Nationalparks sind bereits 6.000 Jahre alt und erstrecken sich auf 22 Kilometern von Saßnitz bis Lohme. Unter ihnen schimmert das Wasser türkisfarben - hier mischt sich die Kreide mit dem Blau des Meeres. Dieses Farbenspiel hat schon Caspar David Friedrich inspiriert: Sein Bild der Felsformation "Wissower Klinken" machte Rügen weltberühmt. Und der 118 Meter hohe "Königsstuhl" ist sogar das Wahrzeichen der ganzen Insel. Die raue Schönheit muss man bei einer Wanderung an den Klippen selbst erleben. Wagemutige können auf hölzernen Leitern auch an den Klippen hinunter klettern. Am groben Kiesstrand findet man allerlei Mitbringsel: Versteinerungen wie Donnerkeile, Seeigel oder Glück bringende Hühnergötter - speziell geformte und gefärbte Steine.
Die windigste Ecke von Rügen ist die Halbinsel Wittow im Norden: Schon aus der Ferne grüßen die beiden Leuchttürme von Kap Arkona. Bunte Felder im Patchwork-Muster, Dünen und hügeliges Grasland so weit das Auge reicht - Wittow ist weitläufig und von eigenwilliger Schönheit. Badehungrige finden hier einen der feinsandigsten Strände der ganzen Insel: Die zehn Kilometer lange Bucht der Schaabe - auch bei frischer Brise hüpft man hier gern ins Wasser.
Claudia Haese
Diesen Beitrag drucken
Beitrag an einen Freund schicken |
|
|
|
|