Informieren
Last Minute
Flüge
Hotel
Ausrüstung
Australien!

Beitrag an einen Freund schicken | Als PDF anzeigen | RSS

Google
 

Reisemagazin - Griechenland

Das Tor zur Unterwelt

Die alten Griechen legten ihren Toten eine Münze unter die Zunge, damit sie Chairon, den Fährmann, bezahlen konnten. Der brachte sie über den Fluss Styx in die Unterwelt, den Hades. Der Eingang zum Reich der Toten soll auf der Halbinsel Mani gelegen haben, unweit der Tropfsteinhöhlen von Pirgos Dirou. Immerhin: von dort sollen bis heute alle Touristen zurückgekommen sein, die die Bootsleute bezahlt haben.

Die Poloponnes, das griechische Festland, streckt nach Süden drei Finger ins Mittelmeer. Fast an der Spitze des mittleren Fingers liegt die Halbinsel Mani. Zu Zeiten von Herakles und Odysseus soll der Eingang zum Reich der Toten hier, ganz im Süden, gelegen haben. Nicht ganz so weit im Süden: Die Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou, eine der schönsten und größten Europas.

Der Weg hierher führt über Areopoli, der Stadt des Ares, des Kriegsgottes, in schroffer und rauer Landschaft. Dann das Dorf Pirgos Dirou, umringt von Türmen. Der bekannteste und wohl am meisten fotografierte ist der Sklavounakou-Turm. Hier also warten sie, die sagenhaften Höhlen.

Entdeckt wurde das Naturschauspiel bereits im Jahr 1900, aber erst nach dem zweiten Weltkrieg interessierten Besucher zugänglich gemacht. Dabei bekommen sie heute nur eine der drei großen Höhlen zu sehen. Erst 1958 wurde entdeckt, dass hier noch mehr auf seine Wiederentdeckung wartete. "Wiederentdeckung" im wahrsten Sinn des Wortes, weil die verblüfften Forscher in der zweiten Höhle Zeugnisse früher Besiedlung fanden. Das Reizvolle an der unterirdischen Anlage: Nur der kleinste Teil der Anlage lässt sich durchlaufen - Boot fahren ist also angesagt, wie bei der Überfahrt in den Hades.

Wer in die kleinen Boote steigt, muss eine Schwimmweste anlegen. Reine Vorsichtsmaßnahme, genau wie die besorgten Rufe der Bootsführer, die Touristen immer wieder erinnern, den Kopf rechtzeitig einzuziehen. Denn stellenweise ist es sehr eng in den Höhlen von Prigos Dirou. Zwischen den engen Passagen weiten sich Höhlen und Augen. Das kleine Ruderboot gleitet durch Kathedralen aus Stalagmiten und Stalaktiten. Faszinierende Farbspiele, bizarre Formationen. Bitte nichts anfassen, ermahnen die Begleiter ihre Gäste. Wer sich ein Erinnerungsstück abbricht, wird sehr streng bestraft.

Insgesamt neun Säle durchzieht der Kahn auf seiner Fahrt durch eine fremde Welt, die knapp eine halbe Stunde dauert. Bei einer Gesamtlänge von über drei Kilometern wurden Touristen etwa zwei Kilometer zugänglich gemacht. Und bisher kamen alle wieder zurück aus der unterirdischen Traumwelt von Pirgos Dirou.

Peter Hemke




Griechenland
Athen: Wo die Schönheit erfunden wurde
[lesen]
Griechenland
Chalkidiki und Kerkini
[lesen]
Griechenland
Der Geist Olympias
[lesen]
Griechenland
Karpathos, Kleinod zwischen Riesen
[lesen]
Griechenland
Kos: Die grüne Insel
[lesen]
Griechenland
Kreta: Die Heimat des Göttervaters
[lesen]
Griechenland
Peloponnes, Rangi: Im wilden Westen
[lesen]
Griechenland
Rhodos: Die Insel des Sonnengottes
[lesen]
Griechenland
Samos: Die grüne Insel der Ostägäis
[lesen]
Griechenland
Zakynthos, Blume des Ostens
[lesen]

Diesen Beitrag drucken
Beitrag an einen Freund schicken



Realisierung: Markus Gerber - IT Consulting | Impressum und Kontakt