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 Reisemagazin - Grönland
Reif für die Insel
Sandstrand, Sonne und Palmen. Die meisten Inseln des Globus sind mit damit bestens beschrieben. Grönland tanzt da allerdings ein wenig aus der Reihe: Die größte Insel der Welt ist zu 85 Prozent mit dickem Eis bedeckt. Nichtsdestotrotz: Ferien auf Grönland sind eine sehr lohnende Angelegenheit.
Ja, es gibt einen Sommer auf Grönland. Und besonders gut kann man diese Jahreszeit im Süden der Insel genießen. Leb schnell, stirb jung – das ist das Motto der arktischen Blumenwelt. Sie haben im kurzen Sommer nur wenig Zeit, um zu blühen. Praktisch über Nacht legt sich über die kalte, scheinbar unfruchtbare Landschaft ein farbenfroher Blumenteppich. Wälder sucht man auf der Insel vergeblich. Vereinzelte Weiden und Birken sorgen in Südgrönland zumindest für grüne Akzente inmitten des flachen Bewuchses.
Die meisten Besucher kommen per Flugzeug nach Südgrönland. Besonders eindrucksvoll ist die Anreise mit dem Schiff: Von den Fjorden aus wirkt die Insel noch imposanter. Vereinzelt kann man die entlegenen Schafzüchterhöfe sehen, manche davon über Pfade miteinander verbunden, andere nur mit dem Boot erreichbar. Wegen der Schafe gibt es in der Gegen keine Schlittenhunde: Zu schnell könnte ein Schaf zur Zwischenmahlzeit werden. Möglichkeiten zum Wandern gibt es hier überall, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Mit ein wenig Glück bekommt man dabei auch einen der Seeadler zu sehen, die auf Grönland heimisch sind. Ansonsten gibt es noch Polarfüchse, Schneehasen, Rentiere und Moschusochsen. Letzteren sollte man jedoch nur aus der Ferne bewundern: Ein erwachsener Ochse hat furcheinflößende Hörner und wiegt etwa 300 Kilogramm.
Ein besonderes Phänomen in Südgrönland ist das Packeis. Es bildet sich im Polarmeer nördlich von Grönland, treibt an der Ostküste entlang und umrundet dann das Kap Farvel. Von dort gelangt es in die südgrönländischen Buchten und Fjorde. Im Gegensatz zu den Eisgerben des Festlands handelt es sich bei Packeis um Salzwasser. Die großen Platten sind ständig in Bewegung. Im Frühjahr und im Sommer können sie manche Ortschaften von jeglichem Schiffsverkehr abschneiden. Die Städte und Dörfer werden dann per Hubschrauber versorgt.
Frieren muss man bei einem solchen Anblick nicht. Denn Südgrönland hat auch heiße Quellen. 36 Grad heißes Wasser strömt in natürliche Bassins, optimale Bedingungen also für relaxten Badeurlaub. Wer braucht schon die Südsee? Auch auf dieser Insel kann man sich im wohlig warmen Wasser räkeln, Cocktails schlürfen und die grandiose Aussicht genießen.
Jun M. Lee
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