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 Reisemagazin - China
Peking: Verbote Stadt und Tor zum Westen
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Bilder über Peking und die Verbotene Stadt finden Sie in unserer Bilddatenbank |
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Nach Jahren der selbst gewählten Abschottung öffnet sich das Reich der Mitte zusehends. Im Zentrum: Peking, Hauptstadt und Moloch, Tor zum Westen und faszinierende Metropole. Von hier aus herrschten Jahrhunderte lang mächtige Dynastien über das Reich der Mitte. Seitdem hat sich viel geändert – die Menschen, die Stadt, der Staat. Peking zählt mittlerweile elf Millionen Einwohner und misst ganze 16.800 Quadratkilometer. Und die Pracht vergangener Tage fasziniert noch immer.
Nördlich vom Tian'anmen-Platz liegt die geheimnisumwitterte Verbotene Stadt. In 500 Jahren beherbergte sie rund 26 Kaiser. Auf einer Fläche von 720.000 Quadratmetern lebten sie völlig abgeschottet von der Außenwelt. Doch wehe, der göttliche Himmelssohn war nicht aufmerksam oder machte einen Fehler. Für diese Fälle befand sich hoch über seinem Thron ein Drachen mit einer Kugel im Maul. Die sollte in einem solchen Fall dem Kaiser auf den Kopf fallen und ihn erschlagen. Doch auch die gekrönten Häupter waren listig: Die meisten ließen ihren Thron einfach ein Stück zur Seite rücken.
Verboten war die Stadt, weil kein normaler Mensch die göttliche Domäne betreten durfte. Innerhalb ihrer Mauern war der Kaiser der einzige Mann unter Tausenden von Eunuchen und Frauen. Ansonsten erhielten nur hohe Beamte und enge kaiserliche Verwandte Zugang zum Palast. Oft wird der Kaiserpalast auch die "Verbotene Purpurne Stadt" genannt. Der Name rührt von der zehn Meter hohen, braunroten Mauer, die den Palast umgibt. Hinzu kommt ein bis zu 52 Meter breiter Wassergraben.
Den Eingang in die Sehenswürdigkeit bildet das festungsähnliche Mittagstor Wu Men, das 1420 erbaut wurde. Dahinter breitet sich der Äußere Hof aus, der von einem Bach stilvoll unterbrochen wird. Über fünf Marmorbrücken können Touristen zum Tor der Höchsten Harmonie gelangen. Wer anschließend durch einen Teil des Komplexes aus Hallen, Palästen, Tempeln und Pavillons wandelt, bekommt vielleicht eine Vorstellung von dem höfischen Leben vergangener Zeiten.
Auch wenn es danach aussehen mag: Kunst um ihrer selbst willen kannten die Erbauer nicht. Verzierungen, Farben, Figuren – alles hatte symbolischen Charakter. Der gesamte Komplex sollte kosmische Harmonie wiederspiegeln und gleichzeitig den Kaiser verherrlichen. Er war der Mittelpunkt des Reiches, sorgte für das Gleichgewicht im Universum. Seine Farben waren Purpurrot und Goldgelb. Drachen standen für die kaiserliche Vollkommenheit und wahres Glück. Löwen symbolisierten Macht, Kraniche stehen für Glück und Schildkröten für Beständigkeit.
Der Legende nach durfte nur der Himmel einen Palast mit 10.000 Räumen besitzen. Deshalb ließ man wohlweislich nur 9.999 Räume erstellen. Der damalige Baumeister schien jedoch ein vorsichtiger Mann gewesen zu sein: Tatsächlich sind es nur 8.706 Räume und Hallen. Der Pracht schadet es nicht und ohnehin wird es kaum ein Besucher schaffen, alle Gemächer zu betreten.
Jun M. Lee, www.xxl-news.de
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