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 Reisemagazin - Italien
Mit dem Billigflieger nach Sardinien - Camping auf die andere Art
Das wir Deutschen zwischenzeitlich zu echten Schnäppchen-Jägern mutiert sind ist längst kein Geheimnis mehr. Hauptsache „billig“, da ist es dann sogar egal, was man kauft, solange der Preis stimmt. Nun kann sich auch unsere Redaktion diesem Trend nicht verwehren. Wir wollen mit einem Billigflieger in den Süden. Das Ziel ist egal, solange der Preis passt und vor Ort die Sonne scheint. Das Reiseziel wollen wir eine Woche mit Mietwagen und Camping-Ausrüstung erkunden.
Der Termin steht fest und die Suche bei den Billigfliegern beginnt. Dann der Volltreffer: Sardinien für rund 90 Euro hin und zurück. Das hört sich doch toll an. Voller Elan buchen wir 3 Plätze und wissen eigentlich noch nicht, wo wir da eigentlich landen. Na und? Der Preis ist OK! Wir klopfen uns auf die Schulter und jetzt geht die Suche nach einem Mietwagen im Internet los.
Echte Dumping Preise finden wir bei Mietwagen Firmen aus den USA. Allerdings kommen bei der Buchung des Mietwagens alle möglichen Zusatzkosten dazu: „Super PDW excess waiver“, „Super TPC excess waiver“, „Add'l Renter, Includes Spouse“, „Personal Accident Insurance“. Was um Himmels Willen sind das für Sachen? Wir wollen doch nur ein Mietauto und keine Lebensversicherung abschließen. Wir suchen und suchen ... und buchen schließlich bei einem großen deutschen Mietwagen Verleiher. 270 Euro für 8 Tage. Alles inklusive und keine Selbstbeteiligung. „Günstig“ denken wir und buchen. Einen Tag später finden wir das gleiche Auto zu identischen Leistungen für nur 230 Euro. Uns blutet das Herz.
Am Tag des Abflugs kommen wir mit großem Gepäck zum Stuttgarter Flughafen. Vom Zelt über die Campingstühle bis zum Schlafsack nehmen wir alles mit. Sogar eine Kühltruhe und einen Grill haben wir dabei. Wir haben ein flaues Gefühl im Bauch wegen erheblichem Übergepäck, aber der Check-In beim Billigflieger läuft reibungslos. Uns fällt ein Stein vom Herzen!
Unser Fiat Punto wird in Olbia bis unters Dach vollgestopft. Dabei haben wir bisher weder Getränke noch Lebensmittel. Mit hungrigem Bauch gehen wir in den nächsten Supermarkt und füllen im Handumdrehen einen riesigen Einkaufswagen. Unser Punto hat die maximale Zuladungsgrenze erreicht und jetzt düsen wir los.
Die Fahrt führt uns entlang der Costa Smeralda nach Norden. Im Internet haben wir einen Campingplatz am Meer mit einer guten Bewertung gefunden. Die Lage ist phantastisch! Wir schlagen unser Zelt auf und der Faltgrill wird in Betrieb genommen. Leider haben wir keinen Tisch dabei, und wir basteln aus einer Kiste und einer alten Glasplatte ein echtes Designerstück.
Von Norden fahren wir durch die Inselmitte in Richtung östliche Küste. Wir sind erstaunt, dass alle Straßen in einem erstklassigen Zustand sind. Allerdings muss man schon aufpassen, dass man keine irregeleiteten Kühe oder Schweine „über den Haufen“ fährt, die immer wieder auf der Straße stehen. Manchem Motorradfahrer, der mit Tempo 100 über die Straßen rast, blicken wir sorgenvoll hinterher. Was macht man da auf zwei Rädern, wenn hinter der Kurve plötzlich eine Sau ihr Quartier aufgeschlagen hat?
Die Ostküste ist wunderschön. Kilometerlange weiße Sandstrände und türkisfarbenes Wasser. Man sieht kein großes Hotel und fast alle Strände sind unverbaut. Von unserem Campingplatz sind es nur ein paar Meter bis zum Meer, und wir sind absolut begeistert. Am sauberen Strand tummeln sich im Juni nur wenige Leute – wir können es kaum fassen.
Die Woche geht viel zu schnell vorbei. Wir waren 1000 Kilometer mit dem Auto unterwegs, besuchten 5 Campingplätze und benötigten pro Person 397 Euro. Inklusive Verpflegung und Souvenirs.
Als Schnäppchen-Jäger sind wir von unserer Reise begeistert. Bloß einen Klapptisch, den werden wir das nächste Mal auch noch einpacken.
Text, Bilder: Markus Gerber, fernweh.com
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