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 Reisemagazin - Frankreich
Frankreich: Die Magie der Bretagne
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Foto: Maison de la France/Rasmussen/Boelle |
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Für die Franzosen ist die Bretagne seit Jahr und Tag eine exotische Provinz. Schuld daran sind die scheinbaren Widersprüche: Weites Land und enge Gassen, paradiesische Sandstrände und bedrohliche Klippen. Hinzu kommen die Bewohner, diese dickköpfigen und doch so herzlichen Bretonen.
Die Magie war in diesem Teil des Landes schon immer besonders stark. Die keltischen Druiden müssen das gewusst haben – in keiner anderen Region Frankreichs stehen mehr Menhire. Zu Tausenden sind diese Steinsymbole in der Landschaft verteilt. Allein an der Küste von Carnac sind es über 3.000. Um ihre genaue Funktion und Bedeutung wird immer noch wild spekuliert. Die einen halten sie für Fruchtbarkeitssymbole, andere für astronomische Zeichen. Die Bretonen freilich haben ihre eigene Erklärung: Ihrer Legende nach versteinerten Feen hier vor langer Zeit eine riesige Armee.
Noch unheimlicher ist die Geschichte um die Stadt Ys. Weil die schöne Prinzessin von Ys grausam und verrucht war, wurde ihre Stadt von einer Flut überschwemmt und ging unter. Sie selbst wurde zu einer Meerjungfrau und manche Menschen behaupten, ihren Gesang zu hören. Es heißt, Ys habe in der Nähe der Stadt Douarnenez gelegen, an der Westküste der Bretagne.
Solche Legenden entstehen meist in den Schatten uralter Bäume – und von beidem gibt es in der Bretagne reichlich. Die größte Legende spielt im Wald von Brocéliande, auf halber Strecke zwischen Rennes und Lorient. Hier beginnt die Geschichte von König Arthus und seiner Tafelrunde. Auf Befehl des Königs suchten die Ritter in den Wäldern der Bretagne nach dem Heiligen Gral.
Viele der mystischen Orte existieren wirklich. Merlin, Arthus Freund und Zauberer, traf die Fee Viviane – besser bekannt als die Herrin vom See - nördlich des Dorfes Beauvais, am Brunnen Barenton. Sofort verliebte er sich in sie. Zum Beweis seiner Liebe errichtete er eine Zitadelle aus Kristall. Und jeder Bretone weiß, dass dieses Geschenk auf dem Grund des Sees von Schloss Comper steht.
Merlins Werben ward erhört und die Liebe der Fee ward so groß, dass sie ihn nicht gehen lassen wollte. Darum hielt sie ihn auf alle Ewigkeit in neun Zauberkreisen gefangen, unberührbar wie die Luft und hart wie Fels. Trotzdem gibt es heute ein Grab von Merlin. Es liegt im Norden des Waldes. So mischen saich in der Bretagne Geschichte, Geschichten und Legende, Mythologie und Märchen. Existierten Arthus, Merlin und Co. wirklich? Jeder echter Bretone wird die Frage mit einem resoluten "Oui!" beantworten.
Jun M. Lee, www.xxl-news.de
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