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 Reisemagazin - Kanada
Das schwarze Gold von Fort McMurray
Die Athabasca Oil Sands: Das größte Ölsand-Feld der Welt: Hier lagert mehr schwarzes Gold als in ganz Saudi Arabien. Tag für Tag schaufeln riesige Maschinen tonnenweise öligen Sand aus der Erde. Das Buddeln nach dem kostbaren Rohstoff hat das Gebiet im nördlichen Zipfel Kanadas in eine bizarre Mondlandschaft verwandelt. Doch nicht nur deswegen ist Fort McMurray ein Geheimtipp für Kanada-Besucher.
Die fünfstündige Autofahrt ins Fort erweckt fast den Anschein. Stundenlang rollt der Wagen über den schnurgeraden Highway, durch ein endlos erscheinendes Waldgebiet, das 1995 teilweise von einem verheerenden Brand verwüstet wurde. Wie drohende Zeigefinger ragen die verkohlten Baumstämme in den Himmel. Mit ein bisschen Glück sieht man sogar Elche oder den ein oder anderen Schwarzbären am Straßenrand.
43.000 Menschen leben in Fort McMurray. Die meisten von ihnen sind aus einem einzigen Grund in die Einöde gezogen - dem Ölsand. Hier und in der Umgebung liegen 48 Billionen Liter Öl in der Erde, so schätzen Experten. Das ist mehr als alle bekannten Reserven in Saudi Arabien zusammen. Doch während in den reichen Öl-Ländern unterhalb des Äquators das schwarze Gold mitunter aus der Erde sprudelt, wird in Kanada geschaufelt. Denn anders als das herkömmliche reine Öl ist der ölige Sand eine Mischung aus Bitumen, Sand, Wasser und Lehm. Riesige Maschinen holen das wertvolle Gemisch aus der Erde. Aus einer Tonne Ölsand gewinnen die kanadischen Ölbarone etwa 80 Liter Öl.
Das schwarze Gold von Fort McMurray deckt etwa ein Viertel des Ölverbrauchs der Kanadier und hat die Provinz Alberta zu einer der wohlhabendsten des Landes gemacht. Hier oben, inmitten der kanadischen Weite, ist man stolz auf den Brennstoff. So werden im 1985 gegründeten Oil Sands Discovery Centre Rundgänge angeboten und neugierigen Besuchern reichlich Wissenswertes über die weltgrößten Ölsand-Felder vermittelt.
Fort McMurray wurde im 18. Jahrhundert als Pelzhandels-Posten gegründet. Schon 1719 entdeckten Jäger in der Gegend Ölsand, doch erst im Jahr 1967 füllte man die ersten Fässer mit dem schwarzen Gold. Während 1901 nur 28 Menschen in der Siedlung lebten, waren es 70 Jahre später schon 6.743. Selbst heute, 33 Jahre nach der Einweihung der ersten Anlage, gedeiht die Stadt im Sauseschritt: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wuchs die Bevölkerung um fast 15 Prozent - die höchste Zuwachsrate seit 25 Jahren. Und es geht weiter. In den nächsten Jahren sollen noch weitere Anlagen den kostbaren Sand aus der Erde holen.
Doch Fort McMurray hat mehr zu bieten als Öl. Zum Beispiel unberührte Natur, eine artenreiche Tierwelt und endlose Weite mit vielen Seen und Bächen. Zudem können Besucher hier gegen Entgeld Jagen und Fischen, es gibt einen idyllischen Golfplatz, Campingplätze und einige Parks. Besonders empfehlenswert: Der Heritage-Park, in dem Teile der Stadt aus dem 18. Jahrhundert nachgebaut wurden.
Tino Hanekamp, www.xxl-news.de
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