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 Reisemagazin - Italien
Mit dem Billigflieger in die ´Ewige Stadt´
Spaßeshalber versuchen wir einen dieser sogenannten "Flüge zum Taxipreis" nach Rom zu buchen und es klappt tatsächlich. Für rund 50 Euro hin und zurück pro Person machen wir uns mit kleinem Gepäck auf, die "Ewige Stadt" zu erkunden. Natürlich haben wir sehr früh gebucht, sonst hätten wir die Flüge nicht so günstig erstehen können. Dafür haben wir aber noch reichlich Zeit um Reiseführer zu wälzen.
Am Nachmittag startet unser Flugzeug pünktlich von Stuttgart gen Rom. Im Flugzeug gibt es freie Platzwahl, aber das ist auch der einzige
Unterschied zwischen einem Billig- und einem Linienflug. Platz gibt es genug und wir machen es uns bequem. An Bord erhalten wir eine Speise- und Getränkekarte für den kleinen Hunger zwischendurch. Die Preise sind gar nicht so hoch wie wir erwartet haben. Für alle Passagiere gibt es von den
sehr aufmerksamen Flugbegleitern kostenlos einen Müsliriegel, was wir bei diesem Flugpreis nicht erwartet haben. Nach knapp einer Stunde landen wir am frühen Abend auf dem kleinen Flughafen in Ciampino.
In unseren Reiseunterlagen finden wir den Hinweis auf einen Shuttle-Bus, der uns mitten in die City bringen soll. Wir suchen vor dem Flughafengebäude vergeblich nach diesem Bus. An der Linienbushaltestelle erklärt uns der sehr freundliche Busfahrer in Italienisch-Englisch und mit Händen und Füßen, dass sein Bus nur ins nahegelegene Dörfchen Ciampino fährt. Von dort können wir mit dem Vorortzug zum Hauptbahnhof fahren. Wir beschließen mit ihm zu fahren und Geld zu sparen, denn die Fahrt mit Bus und Bahn kostet nur 3,30 Euro und die Fahrt mit dem Shuttle-Bus wäre um einiges teurer.
Nach einer kurzen und gemütlichen Fahrt mit dem Bummelzug haben wir nur wenige Meter vom Hauptbahnhof zu unserem Hotel zu gehen. Das Zimmer ist sehr gemütlich und zeigt auf eine kleine Seitenstraße hinaus. Wir
studieren sofort unseren Stadtplan, den wir am Bahnhof erstanden haben und stellen fest, dass eigentlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von uns per pedes erreicht werden können, außer vielleicht der Vatikan.
Um uns Hunger auf Pizza und Pasta zu machen beschließen wir zum Colosseum zu marschieren. Es ist schon stockfinster, als wir dort ankommen. Zu unserer Begeisterung ist dieses monumentale Bauwerk der alten Römer nachts toll angestrahlt. Auch jetzt noch ist das Colosseum dicht belagert von Touristen und auch wir machen die ersten Fotos. Später gönnen wir uns, ganz italienisch, Pasta und einen guten Tropfen Vino rosso.
Unser Concierge im Hotel, der immer bestens informiert ist, schickt uns am nächsten Morgen in den Petersdom, denn der Papst soll heute eine kurze Predigt halten. Mit dem Bus fahren wir zum Vatikan. Es bildet sich schon sehr früh eine lange Schlange von Gläubigen und Touristen, die gerne den Petersdom besichtigen möchten. Die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng. Jeder muss, wie am Flughafen, durch einen Metalldetektor gehen, Rucksäcke und Handtaschen werden durchsucht. Auch hier herrscht große Angst vor einem Terroranschlag.
Aber endlich haben wir es in den Petersdom geschafft. Er übertrifft bei weitem unsere Erwartungen. Vorbei an Kunstwerken von berühmten Bildhauern und Malern, zum Beispiel die berühmte Pietá von Michelangelo, werden wir durch die riesige Peterskirche geschoben, in der bis zu 60 000 Menschen Platz finden. Lange Schlangen hindern uns die Gruft der Päpste zu
besuchen und auch in die Kuppel steigen wir nicht hinauf. Leider
verwehren uns die Menschenmassen auch den Gang in die berühmte Sixtinische Kapelle, doch dafür spricht später tatsächlich der Heilige Vater zu uns und tausenden anderen Menschen auf dem Petersplatz. Wir verstehen nichts, aber sind ziemlich ergriffen.
Es fängt an zu regnen und ein kleines Hungergefühl macht sich bemerkbar. An der Engelsburg vorbei überqueren wir den Tiber und finden in einer der zahlreichen engen Altstadtgässchen eine kleine Trattoria. Wir lassen uns unter dem Plastikdach nieder und genießen, gewärmt von einem Heizstrahler, Spaghetti Vongole und ein schönes Glas Rotwein.
Frisch gestärkt fahren wir mit der U-Bahn zum Circus Maximus. Von dort aus gehen wir zu Fuß vorbei am Forum Romanum und besichtigen das Colosseum bei Tage. Das Eintrittsgeld beträgt 10 Euro. Wir schlucken tief, bereuen die Ausgabe aber nicht. Abends werfen wir am dicht bevölkerten Trevi-Brunnen eine Münze über die Schulter, denn wir wollen gerne wieder nach Rom kommen.
Auch am nächsten Tag begleitet uns die lange römische Geschichte auf Schritt und Tritt. Wir fühlen uns wie in einem riesigen Freiluftmuseum
und aus irgend einem Grund bekommen wir beide Lust einmal wieder unsere alten „Asterix“-Bände zu lesen. Gegen Mittag haben wir schon sehr platte Füße und wir beschließen, mit der Buslinie ROMA 110 eine Stadtrundfahrt machen. Die Rundfahrt kostet rund 13 Euro. Der Bus fährt alle wichtigen Sehenswürdigkeiten an und man kann innerhalb eines Tages jederzeit aus- und wieder zusteigen.
Leider heißt es am frühen Nachmittag schon wieder Abschied nehmen von der „Ewigen Stadt“. Auch in kurzer Zeit lässt sich in Rom eine Menge erkunden. Um die ganze Stadt kennen zu lernen, reicht ein kurzer Aufenthalt jedoch nicht aus. Zum Glück haben wir ja eine Münze geworfen und hoffen, bald mal wieder einen günstigen Flug in die ewige Stadt zu ergattern. Schließlich warten noch jede Menge Sehenswürdigkeiten darauf von uns entdeckt zu werden.
Heike Gerber, fernweh.com.
Mehr Bilder zu unserer Reisestory finden Sie hier
Alle Bilder: fernweh.com.
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