 Reisemagazin - Malaysia
Wie aus Tausend und einer Nacht
Eine Reise durch Kulturen und Zeiten in Kuala Lumpur
Von Sascha Borre, EZ-Online
Stopoverin Kuala Lumpur - lohnt sich das denn? Nicht wenigen
Reisenden stellt sich diese Frage, wenn sich die Möglichkeit bietet, den
Flug beispielsweise nach Australien in der malaysischen Hauptstadt zu
unterbrechen.
Denn touristisch wird KL, wie die Malaysier ihre Metropole nennen, immer
noch von Singapur im Süden und Bangkok im Norden überschattet. Im Wortsinn
aber wirft Kuala Lumpur den längeren Schatten. Hier ragen die Petronas
Towers, das höchste Gebäude der Welt, 452 Meter in den Himmel. Wer über Land mit dem Zug anreist, sieht die Türme oft schon eine Stunde vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof.
Für viele Touristen sind sie nach wie vor das erste Ziel in der Stadt. Doch
Kuala Lumpur hat dem westlichen Besucher viel mehr zu bieten: Ein, zwei Tage in KL werden schnell zu einer Reise durch Kulturen und Zeiten. Die meisten Reisenden steigen in dem Golden Triangle genannten Geschäfts- und
Vergnügungsbezirk ab. Hier finden sich nicht nur die guten Hotels, sondern
auch die hippen Bars, die edlen Restaurants und die für malaysische
Verhältnisse teuren Shopping Malls.
Doch erst wer das Golden Triangle verlässt, kann in KL das echte Malaysia
entdecken. Ein paar hundert Meter östlich beispielsweise setzt der erste
Kulturschock ein. Eben noch in der malaysischen Postmoderne, steht der
Fußgänger plötzlich in Indien, genauer: in Little India. Traditionell leben
große indische und chinesische Minderheiten in Malaysia, oft in eigenen
Stadtvierteln. Hier, an der Tuanku-Abdul-Rahman-Straße in KL, gleicht das
indische Zentrum einem riesigen Basar.
Markt auf dem Bürgersteig
Der Markt ist die Straße: Auf dem Bürgersteig massieren alte Männer müde
Füße. An Ständen verkaufen Frauen bunte Saris oder geflochtene Blumen.
Weiter im Süden fließen der Gombak- und der Klung-Fluss zusammen und der
Kelang-Fluss entsteht, dem die Stadt ihren Namen verdankt: Schmutzige
Flussmündung bedeutet Kuala Lumpur übersetzt, und schmutzig braun fließt der Strom noch heute durch sein betoniertes Bett.
Auf dem Wasser schwimmen Dosen, Flaschen und ganze Möbelstücke wie Stühle
oder Schrankwände. Doch nur wenige Meter entfernt, unberührt von dem Schlamm im Flussbett, steht die prächtige Jamek-Moschee aus der Gründerzeit der Stadt. Hier, an der Flussmündung, liegt auch das alte Chinatown. Die Spuren der chinesischen Bevölkerung werden zwar immer stärker verwischt. Sehenswert ist aber der Zentralmarkt. In einer großen, im Art-Dco-Stil erbauten Halle bieten Händler Antikes sowie Kunsthandwerk und Textilien aus den unterschiedlichen Provinzen Malaysias und aus dem benachbarten Indonesien an.
Wer sich nach dem Einkauf stärken will, findet hier Restaurants und die
traditionellen Garküchen, so genannte Hawkers. An manchen Abenden treten
auch Tänzer und Theatertruppen auf. Nur wenige hundert Meter weiter südlich
steht ein altes architektonisches Prachtstück: Der Hauptbahnhof von Kuala
Lumpur wirkt wie ein Palast aus Tausend und einer Nacht.
Entspannung im Park
Wer sich bis jetzt durch die engen Gassen und die hektischen Straßen Kuala
Lumpurs gedrängelt hat, hat Ruhe verdient und dringend nötig. Eine kurze
Fahrt mit dem Taxi bringt den Reisenden nach Lake Gardens, einem wunderschön angelegten Park im Westen der Stadt. Ein Spaziergang durch die immer grünen, weiten Anlagen verspricht Entspannung pur. Sehenswürdigkeiten in Lake Gardens sind der Schmetterlingspark, der Vogelpark, der Wildpark und der Orchideengarten sowie im Süden das Muzium Negara, das Nationalmuseum.
Gleich neben Lake Gardens beginnt das repräsentative Regierungsviertel Kuala Lumpurs mit dem Parlamentsgebäude, dem Nationaldenkmal und weiten Flächen von englischem Rasen. Hier zeigt sich Malaysia in all seiner Pracht und Großzügigkeit. Wenn es spät wird, endet der Trip durch Kuala Lumpur wieder im Golden Triangle entweder im Hotelzimmer oder auf der
Sultan-Ismail-Straße, wo sich das Nachtleben im modernen KL abspielt. Wie in so vielen Hauptstädten steht hier ein Hard Rock Cafe; durch die Nacht getanzt wird beispielsweise im Shark Club, der 24 Stunden am Tag geöffnet ist und natürlich in vielen anderen Discos.
Informationen: Malaysia Tourism Promotion Board, Rossmarkt 11, 60311
Frankfurt/Main, 0 69/28 37 82, Fax 0 69/13 37 91 21.
www.malaysiamydestination.com
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