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Reisemagazin - Asien

Neujahr im Geldregen


Das Jahr endet in Asien nicht überall zum 31. Dezember. Das ist vielerorts jedoch kein Grund, auf rauschende Feste, leuchtende Feuerwerke und Schönheitswettbewerbe zu verzichten. Mitunter dienen die Tage rund um den 31. aber auch zu besinnlichen Momenten. Oder einfach zum Bezahlen der Schulden und Kauf eines neuen Kleids.

Neujahr - Oshogatsu - gilt in Japan als das wichtigste Fest im Jahreszyklus, an dem selbst große Firmen mindestens drei zusammenhängende Tage geschlossen sind. Das Neujahrsbrauchtum wird von allen Japanern sehr ernst genommen und entsprechend gepflegt. Um rein und unbelastet ins neue Jahr zu gehen, werden zum Beispiel Schulden beglichen und geliehene Gegenstände wieder zurück gegeben. Die Häuser werden mit kunstvollen Gestecken aus geflochtenem Stroh, Farnblättern und Reiskuchen dekoriert. Den Bestandteilen des Festessens, etwa Kräuter, schwarze Bohnen oder speziell gewürzter Sake, wird eine glücksverheißende Bedeutung zugeschrieben. Obligatorisch zu Neujahr sind Schrein- und Tempelbesuche, zumeist noch in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Zu diesem Zweck tragen die Mädchen und Frauen ihre schönsten Kimonos.

Auf den katholisch geprägten Philippinen besuchen die Familien am 31. Dezember zunächst nach dem Abendessen den Gottesdienst. Dann geht es in das Haus des ältesten Familienmitgliedes, um dort gemeinsam mit allen Verwandten das neue Jahr zu begrüßen. Jede Familie bringt eine besondere Speise für das Neujahrsmahl "Media Noche" mit. Außerdem ist es Sitte, etwas Rundes am Körper zu tragen, sei es eine Perlenkette, einen katholischen Rosenkranz oder nur ein rundes Muster in der Kleidung. Das verheißt dem Träger Glück fürs neue Jahr. Das Abbrennen von Knallfröschen ab dem späten Abend steigert sich um Mitternacht zum großen bunten Feuerwerk. Dann springen auch die kleinen Kinder auf und ab in der Hoffnung, um einige Zentimeter zu wachsen. Großmütter und Tanten lassen Münzen auf die Besucher regnen. Das soll Geldsegen für das kommende Jahr bringen.

In Taiwan wird das neue Jahr nach dem chinesischen Mondkalender zwischen Mitte Januar und Ende Februar gefeiert. Neujahr ist das wichtigste Fest. Davor werden Schulden beglichen, neue Kleider gekauft und das Haus geputzt - um alles Alte zurückzulassen und alles Neue "rein" zu erwarten. Beim obligatorischen Festmahl der Familie erhalten Kinder "Glücksgeld" in roten Umschlägen, denn rot ist die Farbe der Freude und des Glücks. Am Neujahrstag werden den Ahnen rituelle Gaben dargeboten. Die Familie erweist zunächst den Vorfahren und danach den Göttern ihren Respekt. Überall werden Feuerwerkskörper angezündet. Sie knallen die ganze Neujahrsnacht hindurch und oft noch an den darauf folgenden Tagen. Der Vorabend und die ersten drei Tage des neuen Jahres sind offizielle Feiertage.

Offiziell beginnt auch in Thailand das Jahr am 1. Januar, das traditionelle Neujahrsfest Songkran wird landesweit aber erst Mitte April begangen. Das zweitägige Fest, das jedes Jahr vom 13. bis 15. April stattfindet, ist eine typisch thailändische Mischung aus ernsthaftem Ritual und ausgelassenem Volksfest. Zu den rituellen Aspekten gehören die Opfergaben in den Tempeln und die Reinigung der Buddhastatuen in geweihtem Wasser. Privathäuser werden einem ausgiebigen Hausputz unterzogen. Den Älteren wird durch zeremonielle Handwaschungen und kleine Geschenke besondere Hochachtung erwiesen. Bunt und laut geht es auf Paraden und Schönheitswettbewerben zu, und überall auf den Straßen bespritzen sich die Menschen mit "reinigendem" Wasser und haben jede Menge Spaß dabei. Beliebte Opfer der Spritzattacken sind ausländische Touristen. Besonders prunkvoll und feucht wird "Songkran" in Chiang Mai begangen. Deshalb lockt das spektakuläre Fest zu dieser Zeit viele Besucher in die Stadt im Norden Thailands.

Paul Balthasar, www.xxl-news.de




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