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 Reisemagazin - Kanada
Alberta: Pulverschnee und Gletscherzauber
Jeden Winter aufs Neue wird im Alberta der weiße Teppich ausgelegt: Mehr als 3.200 Hektar der kanadischen Provinz sind mit dem berühmten Rocky-Mountain-Schnee bedeckt - über zwei Meter hoch. Aber auch klirrendes Gletschereis lockt mit ungeahnten Möglichkeiten: Extremsportler wittern in Alberta Abenteuer.
Ein tiefer Atemzug, dann hüpfen die Skispitzen wie von selbst über die Kante. Hinein in den weiten Hang, der bis zum Rand mit flockigem "Champagner Powder Snow" angefüllt ist. Bis zur Hüfte staubt der weiße Traum beim rhythmischen Schwingen nach links und rechts. In den Spuren der Sieger fahren Bretter-Fans in Lake Louise. Dort wird traditionell ein Damenweltcup-Rennen ausgetragen.
Die Region ist Kanadas größtes zusammenhängendes Ski-Gebiet. Um den Gletschersee Lake Louise gibt es 1.700 Hektar befahrbares Terrain, für alle Schwierigkeitsgrade geeignet und über vier Berge verteilt. Mit der längsten Wintersaison in den Rocky Mountains wirbt allerdings Sunshine Village. Von November bis Ende Mai surren hier die Lifte, sieben Monate Ski-Feeling - und das auf hundertprozentigem Naturschnee.
Eine eher nostalgische Art, sich durch den legendären Pulverschnee Albertas fortzubewegen: Schneeschuhe. Seit Jahrhunderten schon schnallen sich die Ureinwohner die breiten Sohlen unter die Füße. Damit ist kein Hang zu steil, Einsinken im Tiefschnee ausgeschlossen. Wer allerdings etwas schneller durch den Schnee pflügen möchte, der lässt einspannen. Beim Skijöring ziehen Hunde die Wintergäste auf Skiern hinter sich her. Während die Vierbeiner die Arbeit tun, kann man in Ruhe die weiße Pracht der Winterlandschaft genießen.
Auf den Columbia Icefields ist es mit der Ruhe und Gemütlichkeit vorbei. Wie weiße Monster sehen die Gletscher aus. Ihre schnee- und eisbedeckten Gipfel recken sich über 3.400 Meter hoch in den Himmel. Im Winter sind sie beliebtes Ziel für Kletterer und Skitourer. Das Abenteuer lockt aber auch in der Tiefe: Bei einer Expedition in die Johnston Schlucht bei Banff bezaubern schimmernde Gletscherquellen. Im Maligne Canyon bei Jasper geht es sogar auf Steigeisen durch eine Wunderwelt aus Eishöhlen, vorbei an türkisfarbenen Wasserbecken.
Eine weitere, aufregende Wintervariante des Klettersports: Überall in den Rockys bieten Eisfälle ein gutes Kletterterrain. Mit Pickel und Steigeisen bezwingen Wagemutige das gefrorene Wasser. Oft nur eine Stunde von der nächsten Straße entfernt finden Sportler ihre persönliche Herausforderung an den kristallenen Hängen. Mit klangvollen Namen versprechen sie Spannung: "The Weeping Wall", "The Polar Circus" oder "The Transparent Fool".
Clemens Bergmann, www.xxl-news.de
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