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Reisemagazin - Neuseeland

Mystischer Wanganui

Manche nennen ihn den "Rhein Neuseelands": Der Fluss Whanganui entspringt zwischen den beiden Vulkanen Tongariro und Ruapehu und schlängelt sich auf 290 Kilometern durch den Whanganui Nationalpark. Dieses raue Stück Natur ist eines der wildesten und schönsten Fleckchen in Neuseeland. Der mystische Fluss mit seinen 239 Stromschnellen auf 200 Kilometern Länge liegt etwas abseits der üblichen Touristenroute Wellington/Taupo und ist ein echter Geheimtipp unter Kanuten.

Die kleine Stadt Wanganui hat ihren Namen vom gleichnamigen Fluss, denn hier mündet er ins Meer. In der Innenstadt laden viele Cafes zum Relaxen ein. Besonders empfehlenswert: Das Legend Café an der Somme Parade direkt am Fluss. Gleich nebenan befindet sich Wanganuis einziger Backpacker - die Tamara Lodge. Das Regionale Museum in Wanganui ist berühmt für seine Maori-Ausstellung: Hier lernt man die Geschichte der Ureinwohner kennen. Highlight: Ein 23 Meter langes "Waka", ein Kanuboot der Maori, aus dem Jahre 1810. Anfassen erlaubt: Traditionelle Maori-Holzschnitzereien sind nicht nur zu bewundern - man kann auch gleich selbst mit schnitzen.

Von Wanganui aus starten alle Entdecker in den Nationalpark: Per Postbus, per Kanu oder per Schaufelraddampfer. Bereits seit 1860 meistern Raddampfer so manche Stromschnelle. Einer der alten Schnauferl ist auch heute noch unterwegs. Die "PS Waimarie" sank 1952 vor dem Bootsanleger - und wurde 40 Jahre später liebevoll restauriert. Sie der einzige Schaufelraddampfer in ganz Neuseeland, der überhaupt noch fährt. Während der zweistündigen Fahrt wird die Vergangenheit wieder lebendig - denn der Kapitän weiß so manch glorreiche Geschichte zu erzählen. Und die Passagiere können beim Kohleschaufeln selbst Hand anlegen - oder sich im alten Maschinenraum umsehen.

Doch wer nicht wenigstens eine zwei- bis viertägige Paddeltour nachschiebt, hat das Wesentliche dieser Gegend verpasst. Am oberen Lauf von Taumarunui bis Pipiriki durchquert der Fluss tiefen Urwald: Hier sind Boot oder Kajak die einzigen Fortbewegungsmittel. Trotz seiner 239 Stromschnellen ist der Whanganui River für Kajak- oder Kanu-Anfänger geeignet - wenn man nicht alleine, sondern in einer geführten Tour los paddelt. Mystik zum Anfassen: Von Pipiriki bis Wanganui findet man viele Spuren der Maori - der Ureinwohner Neuseelands. Richtig authentisch wird es für alle, die in den typischen "Maraes", den traditionellen Maori-Hütten einkehren. Denn wer in den Dörfern der Ureinwohner übernachtet, erlebt ein bisschen mehr von dem Zauber und der Mystik des Flusses.

Wer nicht paddeln will, kann auch auf einer Schotterpiste entlang des Flusses auf Entdeckungstour gehen. Am besten begleitet man Don Adams bei einer seiner Post-Touren. Mit dem Kleinbus klappert er die 79 Kilometer von Wanganui nach Pipiriki ab. Die Straße ist spektakulär - und der Postbus ist die einzige Form eines semi-öffentlichen Transports. Außerdem kennt Don alle 70 Bewohner dieser Gegend und kann über jeden etwas erzählen.

Claudia Haese, www.xxl-news.de


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