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Reisemagazin - Spanien

Die Heilige Stadt der Iberer

Nordwestlich von Murcia liegt Caravaca de la Cruz - nach Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela und Santo Toribio de Liébana die fünfte Heilige Stadt der Welt. Im Februar 1998 hatte der Vatikan Caravaca die Ehre erwiesen, ab dem Jahr 2003 "in perpetuum" alle sieben Jahre das "Heilige Jahr" zu feiern.
Der Ursprung von Caravaca als Heilige Stadt geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als im Jahr 1232 ein "Lignum Crucis", ein Holzstück des Kreuzes, an dem Jesus starb, aus dem Orient nach Caravaca gelangte. Sie gehörte dem ersten Bischof von Jerusalem, Robert von Jerusalem, der die Stadt in Palästina im ersten Kreuzzug erobert hatte. 130 Jahre später brachte ein Nachfolgerbischof von Robert von Jerusalem das Holzstück nach Caravaca. Die Reliquie wird in einem doppelarmigen Brustkreuz aufbewahrt, das den Namen "Vera Cruz", "Wahres Kreuz", trägt, um es von den vielen "falschen" Reliquien zu unterscheiden, die in der Zeit der Pilgerfahrten in Hülle und Fülle auftauchten.

Der militärische "Tempel-Orden", der mit Jaime I. nach Murcia kam, war der erste Orden, der diese mittelalterliche Reliquie, die in der Burg von Caravaca aufbewahrt wurde, 1265 vor den Angriffen der Mauren verteidigte. Der Legende nach gelangte das Kreuz durch ein Wunder in die Burg: Am 3. Mai 1232 bat der almohadische Herrscher von Caravacas, Abu-Zeit, seinen Gefangenen Chirinos, einen christlichen Priester, ihm zu zeigen, was die Heilige Messe wäre. Der Priester begann mit seinen Vorbereitungen, hörte aber nach kurzer Zeit auf, da ihm das Symbol des Heiligen Kreuzes fehlte. In diesem Moment erschienen zwei Engel, die das "lignum crucis" auf den Altar legten. Angesichts dieser wunderbaren Erscheinung lieben sich der Sayid und sein Hof taufen und konvertierten zum Christentum.

Nachdem 1492 die Rückeroberung abgeschlossen war, erreichte die Nachricht über die Existenz des Kreuzes weite Verbreitung. Die größte Bedeutung erlangte das Kreuz während des Goldenen Zeitalters im 16. und 17. Jahrhundert. Der Heilige Johannes vom Kreuz und die Heilige Teresa gründeten Kloster in Caravaca. Zahlreiche Jesuiten und Franziskaner lieben sich in der Stadt nieder. Gleichzeitig verbreiteten Kirchen- und Militärangehörige die Nachricht über das Vera Cruz auf ihren Missionsfahrten in Südamerika, Europa und den Philippinen.

Der Glaube an die Heilige Reliquie brachte zahlreiche Pilgerströme zum Sanktuarium der Burg von Caravaca, was verschiedene Päpste im Lauf der Jahrhunderte veranlasste, Dispens, vollkommene Sündenablässe und Jubiläumsablässe zu gewähren. Papst Johannes Paul II erklärte das Jahr 1981 anlässlich der 750-Jahrfeier zur Erscheinung des Kreuzes in Caravaca zum Jubeljahr.

Besonders interessant ist das Sanktuarium des Alcázar de la Santísima Vera Cruz. Innerhalb der Mauern des Castillo, das sich im Besitz der Tempelritter und des Orden von Santiago befand, steht auch die Kirche Sta. Cruz. Sie wurde im Herrero-Stil erbaut. Besonderes Glanzstück ist die rote Marmorfassade, wie sie auch bei vielen iberoamerikanischen Kirchen zu finden ist. Weitere sehenswerte Bauwerke der Stadt mit ihren rund 22.000 Einwohnern sind die Kirchen El Slavador, La Soledad Und La Purísima Concepción sowie die Klöster Santa Clara und San José. Eine besonders gute Gelegenheit Caravaca zu besuchen, bietet sich bei den Maifeiern zwischen dem 1. und 5. Mai, die mit verschiedenen Umzügen und nachgespielten Schlachten an die Kämpfe zwischen den Mauren und den Tempelrittern erinnern.

(Alexander Bagnioli)




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