 Reisemagazin - Asien
Rauschende Feste in exotischen Ländern
Für Koreareisende ist der Herbst die ideale Reisezeit. Das Wetter ist mild und angenehm, die Wälder sind herbstlich bunt. Dann beginnt die Zeit der traditionellen Maskentänze. Zentrum des Trubels: Die altehrwürdige Stadt Andong. Sie ist vom 27. September bis zum 6. Oktober die romantische Kulisse für das Internationale Maskentanz Festival. Nebenbei gibt es auch Darbietungen koreanischer Kampfkünste und traditionelles Feuerwerk zu bestaunen. Abseits der belebten Straßen, in engen Häusergassen, finden sich kleine Handwerksbetriebe. Hier kann man den Meistern bei der Herstellung kunstvoller Masken und Musikinstrumente über die Schulter schauen.
Einen Katzensprung entfernt von Hong Kong liegt die Stadt Macau. Besucher schauen oft ein wenig irritiert drein, wenn sie durch die Straßen wandern. Kein Wunder, erinnern doch viele der Bauten eher an Südeuropa als an China. Im 16. Jahrhundert errichteten die Portugiesen Macau als erste europäische Siedlung auf chinesischem Boden. Dementsprechend wild ist der Mix aus kontinentübergreifenden Festlichkeiten. Im September findet das Feuerwerksfestival, zwischen September und Oktober gehen die Musikfestspiele über die Bühne. Am 14. Oktober werden die Ahnen verehrt: Die chinesischen Familien besuchen die Friedhöfe, um den Verstorbenen Opfer darzubringen.
Jeweils in der zweiten Woche des August wird auf den Philippinen das Gigantes Festival begangen. In der Stadt Quezon stolzieren bis zu vier Meter hohe Giganten aus Pappmaché durch die Straßen. Sie sollen die Bauern und ihre Familienmitglieder repräsentieren. Von den Trägern dieser Gebilde wird geradezu Übermenschliches verlangt: Mit den Gigantes auf den Schultern müssen sie marschieren, tanzen und sich auch noch verneigen. Zwischendurch hüpft immer wieder ein Pappmaché-Stier herum und erschreckt die Zuschauer mit Knallfröschen. Am frühen Morgen begleiten die Gigantes religiöse Statuen auf dem Weg in die Kathedrale der Stadt.
Im August diesen Jahres - dem siebten Monat nach dem Mondkalender – öffnen sich für die Taiwanesen die Tore der Hölle. Es ist Zhong Yuan Ji, der Geistermonat. In dieser Zeit dürfen die Seelen der Verstorbenen einen Monat lang mit den Lebenden feiern und speisen. Den Geistern werden großzügige Gaben geopfert, schließlich soll es ihnen an nichts mangeln.
Zur gleichen Zeit feiert man in Japan ein ähnliches Fest. Ab Anfang August beginnen im ganzen Land die O-Bon-Festivals. O-Bon ist ein traditionelles religiöses Fest, das zu Ehren der Verstorbenen gefeiert wird. Täglich starten zur Abenddämmerung Paraden mit herrlichen Festwagen. Bunt bemalte Fantasiefiguren von legendären Helden, Tierfiguren aus durchsichtigem Papier, Musik, riesige Trommeln und Tausende singender und tanzender Japaner in Kimono-Tracht begleiten die Umzüge. Ein gigantischer Anblick.
(XXL-News/Jun M. Lee)
 | Asien Neujahr im Geldregen |
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