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Reisemagazin - Tunesien

Tunis: Antike und Marktgewühl

Der Maghreb-Staat im Norden Afrikas bietet reizvolle Küsten, endlose Wüsten und brodelnde Städte. Wer die Intensität einer arabischen Metropole mit bewegter Vergangenheit erleben will, sollte einen Aufenthalt in der Hauptstadt Tunis einplanen.

Wo das heutige Tunis liegt, trafen sich seit jeher die Kulturen. Seefahrer steuerten die Gestade an und begegneten Berbern und anderen Wüstenvölkern. Begründet wurde die Siedlung von den Phöniziern unter dem Namen Karthago viele Jahrhunderte vor Christi Geburt. Aus dem Handelsposten im Mittelmeer entwickelte sich eine Metropole gigantischen Ausmaßes. Von hier aus herrschten die Punier, wie das dortige Volk genannt wurde, über das gesamte Mittelmeer, von hier aus starteten große Feldherren ihre Kriege, der berühmteste unter ihnen Hannibal, der den Römern das Fürchten lehrte.

Das geheimnisvolle Volk der Punier, über deren Bräuche die Archäologen noch immer rätseln, bildete über viele Jahre einen Gegenpol zum aufkommenden Römischen Reich - und musste seinen hartnäckigen Widerstand teuer bezahlen. Denn als die Römer schließlich die Karthager niedergerungen hatten, schleiften sie die Stadt. Und so blickt das heutige Tunis auf eine wechselvolle Geschichte zurück, in der Völker aus allen Himmelsrichtungen einmal das Sagen hatten und ihre Spuren hinterließen. Übrigens war die heute so karge Gegend um Tunis/Karthago in der Antike dicht bewaldet, doch für Flottenbau der Punier und dann vor allem der Römer wurde massiv abgeholzt.

Wer den antiken Zeugnissen der Stadt auf den Grund gehen möchte, sollte sich die Grabungsstätten des alten Karthago wie der römischen Stadt ebenso wenig entgehen lassen wie den Besuch des Bardo-Museums. Bedauerlicherweise haben die neuzeitlichen Herrscher der Stadt über den Fundamenten der karthagischen Königspaläste eine Luxusvilla errichtet - also Grabungsverbot. Doch der Besuch lohnt sich dennoch.

Einen Gegenpol zur Ruhe der antiken Stätten und Museen bilden die Souks, enge Marktgassen, wo alles angeboten wird, was in die kleinen Läden passt: vom Ziegenkopf bis zum Teppich, vom billigen Souvenir bis zu Goldschmuck. Wer sich von der mitunter aufdringlichen Art arabischer Händler nicht schrecken lässt, sollte sich auf eigene Faust aufmachen. Die Orientierung fällt Dank der Hanglage recht leicht. Und wenn die Füße ermüden, laden ungezählte Cafes zur Erholung ein - Tee und Wasserpfeife inklusive.

Peter Hemke


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